RIP – der frühe Tod der Lehre ?!

Freiburg, 14.02.2013

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Dekanate der Fakultäten der Universität Freiburg
An die Dekan*innen

Offener Brief wegen der Einrichtung des Ressourcen- und Innovationspools

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, als studentische Mitglieder der Fakultätsräte, möchten unsere grundsätzlichen Bedenken bezüglich der Einrichtung des Ressourcen- und Innovationspools zum Ausdruck bringen.

Wir fürchten, dass durch Einsparmaßnahmen der Fakultäten, die zur Finanzierung des Pools nötig wären (z.B. Streichung von Lehrstühlen,
Umwandlung von W3-Professuren in Juniorprofessuren, etc.), die Lehre massiv leiden wird. Aufgrund der weitreichenden Folgen, die eine Einrichtung des Pools mit sich brächte, ist ein Höchstmaß an Transparenz
und Einbindung aller Universitätsmitglieder unabdingbar. Die Planung geschieht momentan jedoch auf eine vollkommen intransparente Art und Weise. Studentische Fakultätsratsmitglieder wurden teilweise bewusst aus
dem Informationsfluss ausgeschlossen und es existieren keine offiziellen, uns zugänglichen Dokumente und Zahlen zu Gestaltung und Zielen des Pools.

Auf Basis dieser unsicheren Informationslage soll nun ein Konzept abgenickt werden, das nach bisherigem Stand noch nicht überschaubar ist:

  • Auf Basis welcher Beschlussfassung beruhen die Pläne zur Einrichtung
    des Pools?
  • Wie viel Geld muss konkret von jeder Fakultät wann eingezahlt werden?
  • Was genau soll aus dem Pool finanziert werden?
  • Wer entscheidet über die Mittelvergabe aus dem Pool?
  • Nach welchen Kriterien werden die Mittel neu vergeben?
  • Welcher Prozentsatz der eingezahlten Mittel wird wieder ausgezahlt?

Eine indirekte Weiterförderung von Projekten der Exzellenzinitiative (z.B. FRIAS II) zulasten der Lehre lehnen wir ab. Sollten finanzielle Mittel aus dem Pool in die Fortführung von Prestigeprojekten fließen, halten wir
negative Auswirkungen auf den Lehrbetrieb für unausweichlich. Für unsere Volluniversität muss die Qualität der Lehre zentral sein.

Wir appellieren deshalb an die Dekan*innen, der Einrichtung eines solchen Ressourcen- und Innovationspools nicht zuzustimmen. Wir fordern Sie zudem auf, uns alle relevanten Informationen zugänglich zu machen und
uns am weiteren Diskussionsprozess teilhaben zu lassen. Die Entscheidungsfindung zu Struktur- und Entwicklungsplanung dieser Größenordnung muss statusgruppenübergreifend stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen,

  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Wirtschafts- und Verhaltenswissenschafltichen Fakultät: Juliane Kant für die Psychologie, Iris Backfisch , Luisa Appelles
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Fakultät für Umwelt und natürliche Ressourcen: Helge Piepenburg und Kerstin Büche, Florian Schnabel, Mathis Oestreich
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Philosophischen Fakultät: Christoph Panzer, Roul Scherr, Axel Waldbach, Julian Schreck und Jana Ciernioch
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Philologischen Fakultät: Rose Simon, Maximilian Bach, Martin Haas und Kathrin Ulrich
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Juristischen Fakultät: Hannah Durhack, Jakob Bach, Cornelia Koszinski, Ivan Labusga und Franziska Grethe
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Fakultät für Mathematik und Physik: Hannah Rößler, Benjamin Häublein, Laura Mundt und Moritz Hoffmann
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Theologischen Fakultät: Eva-Maria Oberbusch, Dennis Brenner, Marius Veit, Jonas Kämmerling, Barbara Bürvenich und Franziska Heet
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Medizinischen Fakultät: Jonathan Sorge, Matthias Alexa, Martina Schäfer und Rebecca Lehmann
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Technischen Fakultät: Andreas Steffen, Janosch Deurer Malte Ahl und William Glover
  • studentische Mitglieder des Fakultätsrates der Fakultät für Chemie und Pharmazie: Karin Walter, Dimitar Yonchev

Der offene Brief als PDF offener Brief Fakultätsräte_allgemein(1)

weitere Infos und Kommentare:

Pressemitteilung des u-asta vom 13.02.2013

Bericht der Badischen Zeitung vom 16.02.2013